Ein weiteres Kapitel in der Debatte um die Nachfolge der Volksbühnen-Leitung.
Ein offener Brief internationaler Kulturarbeiter/innen sorgt für neuen Gesprächsstoff. Die Unterzeichnenden, unter ihnen Okwui Enwezor, Dercons Nachfolger als Leiter des Münchner Hauses der Kunst, haben sich am 1. Juli 2016 schriftlich mit Chris Dercon solidarisiert.
Die Verfasser/innen unterstellen den Volksbühnen-Mitarbeiter/innen, dass es ihnen nicht um den Erhalt von Arbeitsplätzen und den Schutz des Erbes der Volksbühne ginge ("A cursory reading of the complaints and the charges leveled within the letter reveals clearly that the motive is not about jobs or the defense and protection of the legacy of the Volksbühne...), sondern glauben, dass hier Machtmissbrauch vorliege, um Ideen bzw. eine persönliche Vision zu vernichten ("the abuse of the privilege conferred by public employment to defeat an individual’s vision"). Sie loben Dercons Qualitäten im Bereich der bildenden Kunst, der als visionärer Leiter im Bereich des Museumswesens während der letzten drei Jahrzehnte starke und nachhaltige Strukturen aufgebaut habe ("Chris Dercon brings with him to Berlin strong record of visionary leadership in the museum field over three decades").
Hier mehr zum offenen Brief der Volksbühnen-Mitarbeiter/innen vom 20. Juni 2016.
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4. Juli 2016
23. Juni 2016
"Wir sehen die Zukunft der Volksbühne bedroht!" - Offener Brief der Volksbühnen-Mitarbeiter/innen
Aus aktuellem Anlass: Am 20.6.2016 richteten sich die Mitarbeiter/innen der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in einem offenen Brief an die Berliner Kulturpolitik. Ab 2017 wird Chris Dercon (bisher Leiter der Londoner Tate Modern) Intendant der Volksbühne, er hat umfangreiche Veränderungen für das Haus angekündigt. In dem Brief, der von 180 Schauspieler/innen, Regiseur/innen und weiteren Mitarbeiter/innen des Hauses unterzeichnet wurde, wird die Sorge um die Zukunft der Volksbühne und die Befürchtung vor einem massiven Stellenabbau ausgedrückt. Eine konzeptionelle Weiterentwicklung sei bei Dercon nicht zu erkennen.
Die Unterzeichner/innen kritisieren die Berliner Kulturpolitik:
"Im Namen einer vermeintlichen Internationalisierung und Vielfalt arbeitet sie intensiv an der Zerstörung von Originalität und Eigensinn, mit der die Volksbühne weltweit Anerkennung findet."
Der Brief endet mit der Bitte an den Senat das Konzept von Chris Dercon und der Programmdirektorin Marietta Piekenbrock zu überprüfen.
Der offene Brief der Volksbühne an die Parteien im Abgeordneten Haus von Berlin und die Staatsministerin für Kultur und Medien, Frau Prof. Monika Grütters.
Eine Reaktion von Claus Peymann, Direktor des Berliner Ensembles, ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Er schrieb seinerseits einen offenen Brief und schimpft darin erneut auf den Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller sowie den Kulturstaatssekretär Tim Renner, glaubt die Volksbühne wird zur "Eventbude" degradiert und fordert Müller auf "seinen Fehler einzusehen". Peymanns Brief birgt, wie zu erwarten, eine gewisse Komik - größtenteils sicherlich gewollt, teilweise bestimmt auch ungewollt, wenn er z.B. von dem "ganzen, anderen modischen Quatsch, von dem man hört und weiß" spricht.
Der offene Brief von Claus Peymann an den Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller.
Zur Debatte um die Führung der Volksbühne hat sich u.a. Herbert Fritsch, Regisseur an der Volksbühne, in einem Tagesspiegel-Interview geäußert.
Auch Jürgen Schitthelm, Gründer und bis 2012 Direktor der Berliner Schaubühne, sprach im rbb kulturradio dazu. Er kritisierte, dass Dercon bisher keine klaren Aussagen zum Programm gemacht hat, obwohl er den Kurator für seine Verdienste in der bildenden Kunst schätzt, und äußerte Verständnis für die Mitarbeiter/innen der Volksbühne.
Die Unterzeichner/innen kritisieren die Berliner Kulturpolitik:
"Im Namen einer vermeintlichen Internationalisierung und Vielfalt arbeitet sie intensiv an der Zerstörung von Originalität und Eigensinn, mit der die Volksbühne weltweit Anerkennung findet."
Der Brief endet mit der Bitte an den Senat das Konzept von Chris Dercon und der Programmdirektorin Marietta Piekenbrock zu überprüfen.
Der offene Brief der Volksbühne an die Parteien im Abgeordneten Haus von Berlin und die Staatsministerin für Kultur und Medien, Frau Prof. Monika Grütters.
Eine Reaktion von Claus Peymann, Direktor des Berliner Ensembles, ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Er schrieb seinerseits einen offenen Brief und schimpft darin erneut auf den Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller sowie den Kulturstaatssekretär Tim Renner, glaubt die Volksbühne wird zur "Eventbude" degradiert und fordert Müller auf "seinen Fehler einzusehen". Peymanns Brief birgt, wie zu erwarten, eine gewisse Komik - größtenteils sicherlich gewollt, teilweise bestimmt auch ungewollt, wenn er z.B. von dem "ganzen, anderen modischen Quatsch, von dem man hört und weiß" spricht.
Der offene Brief von Claus Peymann an den Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller.
Zur Debatte um die Führung der Volksbühne hat sich u.a. Herbert Fritsch, Regisseur an der Volksbühne, in einem Tagesspiegel-Interview geäußert.
Auch Jürgen Schitthelm, Gründer und bis 2012 Direktor der Berliner Schaubühne, sprach im rbb kulturradio dazu. Er kritisierte, dass Dercon bisher keine klaren Aussagen zum Programm gemacht hat, obwohl er den Kurator für seine Verdienste in der bildenden Kunst schätzt, und äußerte Verständnis für die Mitarbeiter/innen der Volksbühne.
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